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Von Paul zu Pedro

Amouresken

In ihrem ersten Roman verarbeitete Franziska zu Reventlow die bedrückende Kindheit in ihrem aristokratischen Elternhaus. Für ihren zweiten Roman Von Paul zu Pedro wählte sie ein Thema, das ihr nicht weniger vertraut, doch weitaus amüsanter erschien. Die Schwabinger Bohémienne, die mit ihrem unkonventionellen Liebesleben für Aufsehen sorgte, schrieb über das Phänomen »Mann« in all seinen Erscheinungen. 
Ganz im Stil einer klassischen Hetäre weiß sie elegant über die Spielarten der Liebe zu plaudern − mit viel Esprit, mit spöttischer Leichtigkeit und einer gehörigen Portion Selbstironie. Ihre lebensklugen Erkenntnisse teilt die Erzählerin mit einem »Doktor« genannten Briefpartner – dahinter verbirgt sich der Schriftsteller Franz Hessel −, dem sie vertrauensvoll tiefe Einblicke in ihr libertäres Liebesleben und in die verschiedenen Charakter der Protagonisten gewährt. Da gibt es den Typus Retter, der an die »wahre Liebe« glaubt und doch nur an Selbstüberschätzung leidet, die elegante Begleitdogge, »zum Verzagen langweilig, aber unwiderstehlich elegant«, den fremden Mann, der für »tiefe Sensation ohne Gemütsbeteiligung« steht, die Dichter- und die Konversationsliebe, nicht zu vergessen all die vielen Pauls und Pedros … Eine amüsante Studie über das Wesen des − liebenden − Mannes, die auch hundert Jahre nach Erscheinen des Romans keineswegs überholt erscheint.

Artikelnummer: 978-3-86915-079-6
Preis: 16,80 € [D]
Ausstattung: Fadenheftung
Einband: Halbleinen
Erscheinungstermin: 24. Juni 2013
Format: 19 x 12
Lieferbar: sofort
Seiten: 128 S.
Reihe: blue notes 51

Fanny Liena Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne Gräfin zu Reventlow (1871–1918) wurde in Husum geboren. Ihre Familie zählte zu den Nachkommen eines holsteinisch-mecklenburgischen Uradelsgeschlechts....

"In ihrer 1912 erschienenen Amoureske 'Von Paul zu Pedro' zeigt Franziska zu Reventlow, welche Freiheiten sich schon im Kaiserreich anboten: man - oder frau – musste sie nur ergreifen."
WDR 3, Mosaik/Passagen

"'Von Paul zu Pedro' ist eine schmetterlingsleichte Phänomenologie der Erscheinung Mann."
NZZ

"Der grandiose Archetyp moderner Weiblichkeit"
Elke Schmitter

"Hinter ihren "Amouresken" versteckt sich eine der schönsten, elegantesten Betrachtungen übers männliche Wesen und den Umgang mit ihm."
Die Welt

"Die neue, liebevoll aufgemachte Neuausgabe der edition ebersbach lädt dazu ein, die Schriftstellerin mit viel Vergnügen neu oder wieder zu lesen ... und sich an den zeitlosen Betrachtungen des Phänomens Mann zu erfreuen."
Virginia

"Selbstironisch, ehrlich und noch immer brandaktuell: Franziska zu Reventlow trifft in ihren Amouresken einen Ton, der im 21. Jahrhunderts kaum an Gültigkeit verloren hat. Egal ob triviale Beobachtung ("Ich habe ihn wirklich geliebt, aber seine farbenfrohen Krawatten kosteten mich meine Seelenruhe") oder tiefgründige Reflexion über Beziehungs- und Lebensmodelle – an keiner Stelle wird der Briefroman über die Liebe beliebig. Ganz im Gegenteil: Die Einzigartigkeit einer mutigen und lebensklugen Frau schreibt sich ihm vom ersten bis zum letzten Wort ein."
Lea Albring, Aviva