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Scharfsichtige Frauen

Fotografinnen der 20er und 30er Jahre in Paris

Vergriffen, Neuauflage unbestimmt!

Paris, die Hauptstadt der Avantgarde, zog mit ihrem Flair und liberalen Geist zu Beginn des 20. Jahrhunderts Künstler, Musiker, Schriftsteller und Lebenskünstler aus aller Welt unwiderstehlich an, egal ob Mann oder Frau. Besonders den jungen Frauen versprach die Fahrkarte nach Paris Freiheit und Abenteuer. Hier war die Geburtsstunde von Surrealismus und Dada und die Fotografie entpuppte sich als das Medium, das der Kunst neue Impulse verleihen sollte. Es ist sicher kein Zufall, dass sich junge Künstlerinnen der Fotografie zuwandten, gab es doch in dem noch sehr jungen Medium so gut wie keine Ausbildungsnormen und (männliche) Vorbilder. Ideale Entfaltungsmöglichkeiten für all jene Frauen, die aus der Fremde nach Paris kamen, um am künstlerischen Geschehen teilzuhaben.
Eine Anlaufstelle für die werdenden Fotografinnen war das Atelier von Man Ray, der sich bereits als Fotograf einen Namen gemacht hatte. Sie ließen sich von ihm anregen oder unternahmen als seine Assistentinnen ihre ersten Schritte, aber alle lösten sich schnell aus dem Schatten des Mentors. Mit der gerade entwickelten handlichen Kamera, die in jede Handtasche passte, eroberten sie die Mode- und Werbebranche oder waren erfolgreiche Porträtreporterinnen. Die Wahlpariserinnen warfen einen neuen selbstständigen Blick auf die künstlerische und literarische Avantgarde - Jean Cocteau, James Joyce, Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre - wie auch auf die Stadt selbst mit ihren Clochards, Hinterhöfen und Flohmarktständen, den Seine-Quais und Montmartre-Treppen. Paris stand immer im Mittelpunkt ihrer Arbeiten.

Artikelnummer: 978-3-86915-024-6
Preis: 25,00 € [D]
Ausstattung: Fadenheftung; Abbildungen; Schutzumschlag
Einband: Gebunden
Erscheinungstermin: 15. November 2010
Format: 19 x 26 cm
Lieferbar: zur Zeit leider nicht
Seiten: 160 S.

Unda Hörner, geb. 1961 in Kaiserslautern, studierte Germanistik und Romanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1993 über die Schriftstellerin Elsa...

Unda Hörner versammelt in ihrem Buch Scharfsichtige Frauen zehn Porträts von Wahlpariserinnen, die ihre Wege in die Freiheit mit der Kamera ausleuchteten. Die Bilder entführen den Nostalgiker in eine längst versunkene Welt, den modernen Reisenden stimmen sie ein auf Impressionen des Unspektakulären, auf das ewige Treiben der Passanten und all der kleinen Leute, die der Tourist auf der Jagd nach Superlativen so leicht aus dem Blick verliert.
Christiane Schott, Die Zeit

Den in diesem Band versammelten Frauen sind eindrückliche Fotografien gelungen. Ein Teil davon findet sich in diesem Buch und schon allein deswegen sei es empfohlen. Doch auch die Lektüre lohnt: einmal, weil die Autorin viel Wissenswertes zusammengetragen hat; dann aber auch, weil sie spannend zu erzählen versteht und nicht zuletzt, weil die  Faszination, welche die Fotografie auf die hier porträtierten Frauen ausübte (und den Preis, den es dafür zu zahlen galt), sehr gut vermittelt wird.
Hans Durrer, Der deutsche Buchmarkt

Ein vielsagender Bildband über Fotografinnen der 20er und 30er Jahre, der angenehm in der Hand liegt.
Judith von Sternburg, Lesart

Die Auswahl, die Hörner getroffen hat, ist vortrefflich, ihre Darstellung der unterschiedlichen Lebensgeschichten, ihre Zuneigung zu ihren Objekten deutlich. Es ist nicht nur ein schönes, es ist ein wichtiges Buch geworden.
Roland H. Wiegenstein, Berliner Literaturkritik

Die Autorin stellt die Fotografinnen in Einzelporträts vor und verwebt sie kenntnisreich und unterhaltsam mit der höchstspannenden Zeitgeschichte der Pariser Kunstwelt. Heute müssen viele der Pionierinnen erst wieder entdeckt werden, nachdem Krieg und Kunstkritik sie an den Katzenplatz der Allgemeinbildung verwiesen haben. Wie immer ist die edition ebersbach ganz vorne dabei, wenn die Kunstgeschichte vom Kopf auf die Füße gestellt wird.
Stephanie Kuhnen, L-Mag

Fotografinnen im Paris der Salons und des Aufbruchs – Frauen, die ihren avantgardistischen Blick auf die Welt für uns konservierten. Nach diesem wunderschön gemachten Buch kennen wir sie alle näher und sind sehr gespannt auf mehr Fotos von ihnen.
Sigrun Klüger, Kulturette

Autorin und Avantgarde-Spezialistin Unda Hörner macht keinen Hehl daraus, dass es die zunächst geringe Reputation der Fotografie war, die es den meisten Frauen möglich machte, hier Pionierarbeit zu leisten. Ein reich bebilderter Band, der Gelegenheit gibt, die ersten Fotokünstlerinnen kennen zu lernen.
Frankfurter Rundschau

Das Buch enthält neben den ereignisreichen Lebensgeschichten der Künstlerinnen zahlreiche Beispiele ihres inzwischen künstlerischen Schaffens. Und ganz nebenbei bietet es dem Leser spannende Wiederbegegnungen in Wort und Bild mit der Avantgarde des 20. Jahrhunderts.
Brigitte von Boch Living

Der Titel mag auf ein sehr spezielles Thema, eher geeignet für Fachpublikum hinweisen, doch dahinter versteckt sich ein wunderbares Buch, das alle begeistern wird, egal, ob sie an Frauengeschichte(n), Fotografie, Paris, Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessiert sind. Sie alle werden auf ihre Kosten kommen. Werdegänge, sich mitunter kreuzende Lebenswege der Frauen, ihre künstlerische Handschrift und der unverwechselbare Stil einer jeden haben Eingang gefunden. Viele grafisch ausgezeichnete Bilder sprechen eine eigene Sprache. Gelungene Gestaltung des Buches, das Lust macht auf Schauen, Blättern, Festlesen.
Elke Heinicke, Lesbenring

Eine schöne Sammlung schöner Geschichten aus einer Zeit, als Paris noch die Weltkulturhauptstadt schlechthin war.
Simone Meier, Tagesanzeiger