Direkt zum Inhalt

Rendezvous in Paris

Roman

Mit 27 Jahren ist Evelyn Droste vom Leben im Allgemeinen und vom Ehealltag im Besonderen gelangweilt. Auf einer Party lernt die Hausfrau und Mutter zweier Kinder den amerikanischen Geschäftsmann Frank kennen, auf den sie alle unerfüllten Sehnsüchte projiziert. Als er zu einem geschäftlichen Termin nach Paris reist, folgt Evelyn ihm für ein Wochenende, während ihr Ehemann sie in der Obhut einer Freundin auf dem Lande wähnt. Als sie am nächsten Tag das Flugzeug nach Berlin besteigt, ahnt Evelyn, dass ein Zurück in ihr altes Leben kaum möglich sein wird.
Wie in ihrem Welterfolg Menschen im Hotel komprimiert Vicki Baum die Handlung auf einige wenige Tage, die das Leben aller Figuren entscheidend verändern. Rendezvous in Paris ist ein Melodrama. Der Gefahr der Trivialität entgeht die Autorin, indem sie das Geschehen mehrfach bricht. So werden die Ereignisse aus der Perspektive dreier Figuren geschildert, aus der Sicht von Frank, aus der Sicht Evelyns sowie aus der Perspektive ihres privat wie beruflich stets auf Korrektheit bedachten Ehemannes, der von seinen Gerichtsprozessen vollauf in Anspruch genommen wird. Das Landgericht Moabit und die Gegend um den Berliner Alexanderplatz werden nebenbei zu Schauplätzen einer spannenden Kriminalhandlung. Die psychologisch genauen Charakter- und Milieuzeichnungen und der unbestechliche Blick auf menschliche Schwächen und Abgründe und vor allem die Doppelbödigkeit der Struktur machen Rendezvous in Paris auch heute noch lesenswert. 

Artikelnummer: 978-3-86915-063-5
Preis: 22,00 € [D]
Ausstattung: Fadenheftung, Lesebändchen
Einband: Halbleinen
Erscheinungstermin: 10. Dezember 2012
Format: 12 x 19
Lieferbar: sofort
Seiten: 344 S.

Vicki Baum, 1888 in Wien geboren, war die Vorzeigeschriftstellerin der 20/30er Jahre und die »neue Frau« schlechthin. Im Ullstein Verlag, Berlin, in dem ihre Bestseller erschienen, war sie...

»Neu aufgelegt und ein richtig wunderbar tragischer Liebesroman von Vicky Baum, den man nicht mehr aus den Händen legen mag.«
Elke Heidenreich, WDR 4 / Bücher

»Sie ist die Mutter des modernen Unterhaltungsromans, die Ahnherrin von Gaby Hauptmann, Ildiko von Kürthy, Susanne Fröhlich, all jener eben, deren Bestseller den heutigen Publikumsgeschmack treffen, zumal den weiblichen. Aber – die multiperspektivische Erzählweise, die Vicki Baum im Roman Rendezvous in Paris anwendet, ist so literarisch anspruchsvoll wie modern. So differenziert, so reich, so nah der hohen Literatur war sie also einmal: Die Unterhaltungsliteratur. So viel wie bei Vicki Baum bekommen wir heute von ihren Nachfahren auf der Bestsellerliste wohl nicht geboten.«
Ursula März, Deutschlandradio Kultur

»Dass der Roman sich jede Menge Kolportage anfuttert, ist unbestreitbar – dass er trotz dieser Pfunde nicht ins Triviale kippt, allerdings auch. Denn Vicki Baum war literarisch ausgesprochen ehrgeizig.«
Ursula März, Die Zeit

»1913, mit 25 Jahren, fing sie als Harfenistin in Darmstadt an, hatte später auch noch Engagements in Kiel, Hannover und Mannheim. Ihr Roman Menschen im Hotel, der 1929 erschien und später mehrfach verfilmt wurde, war ihr dritter.«
NDR Kultur

»Die vergessene Grand Dame der Unterhaltungsliteratur. Sie war die Starautorin des Ullstein-Verlags und lieferte den Stoff für Hollywood: Vicki Baum, die vor 125 Jahren - am 24. Januar 1888 - geboren wurde, gilt als eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.« 
Der Westen, Kultur

»Dass dieser psychologisch versierte Roman nun nach zwanzig Jahren wieder in einer deutschen Ausgabe erscheint, ist ein Grund zur Freude.«
Christian Schröder, Der Tagesspiegel

»Scharf grenzt Vicki Baum die Figuren voneinander ab, alle Schwülstigkeiten vermeidend. An der Eleganz ihres Stils und der Präzision ihrer Beschreibungen sollten sich die Verfasser heutiger Unterhaltungsliteratur mal ein Beispiel nehmen. Ein besonderes Lesevergnügen.«
Birgit Kölgen, Schwäbische Zeitung

»Rendezvous in Paris ist ein wichtiger emanzipatorischer Roman und Vicki Baum eine Autorin, die es wert ist, wiederentdeckt zu werden.«
Yvonne Schymura, Neues Deutschland

»In der Schnittstelle von serieller Produktion und erzählerischer Raffinesse, von plakativer Unterhaltung und kluger Zeitdiagnose, da sind die einst weltweit erfolgreichen, alle paar Jahre wieder entdeckten Romane der Vicky Baum angesiedelt. Ihre Romane sind perfekt gebaut, greifen wichtige Probleme der Zeit auf und verlocken die Leser nicht zur Flucht in vermeintliche Idyllen.«
Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung

»Wer schon immer mal einen echten Liebesroman – mit allen seinen Höhen und Tiefen – lesen wollte, kommt mit Rendezvous in Paris voll auf seine Kosten. Kein Kitsch, sondern ausgefeilte Szenarien umgarnen den Leser und lassen ihn erst wieder los, wenn das Buch zugeklappt wird.«
Karsten Koblo, aus-erlesen.de