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Im Zimmer meines Lebens

Biografische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetaiewa u.a.

„Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Literatur schreiben soll”, hat Virginia Woolf gefordert. Doch wenn man mit Simone Frieling Schriftstellerinnen auf kalte Dachböden und in rußige Küchen folgt, in denen sie zwischen Essen und Abwasch, zwischen Windeln und Kindergeschrei geschrieben haben, stellt man erstaunt fest, dass hier Weltliteratur entstanden ist, dass hier Frauen geschrieben haben gegen alle Widrigkeiten der Welt: gegen Krankheit, Armut, Krieg, mit knurrendem Magen und Angst. Simone Frieling hat Romane, Briefe und Gedichte gelesen, in denen große Schriftstellerinnen nicht nur über die äußeren Umstände ihrer Arbeit, sondern auch über die Bedingungen ihrer Kreativität nachdachten, wie auch über ihre Konflikte zwischen Arbeit und Familie, Einsamkeit und Geselligkeit.
Die Umstände, unter denen Frauen schrieben, waren zum Glück nicht immer unerträglich/schwierig, wenn man an Gertrude Steins Salon mit den kostbaren Gemälden im Herzen von Paris denkt, an Virginia Woolfs Landhaus in Sussex oder an Elisabeth Langgässers Damenzimmer mit Blick auf den Grunewald in Berlin. Ob in komfortablen Arbeitszimmern oder ungeheizten Hütten, ob privilegiert oder benachteiligt, immer haben die Frauen geschrieben mit der Gewissheit, schreiben zu müssen.

Artikelnummer: 978-3-86915-027-7
Preis: 16,80 € [D]
Ausstattung: Fadenheftung; Abbildungen
Einband: Halbleinen
Erscheinungstermin: 15. September 2010
Format: 12 x 19 cm
Lieferbar: sofort
Seiten: 144 S.
Reihe: blue notes 24

Simone Frieling, geboren in Wuppertal, lebt nach Stationen in Zürich und München seit 1994 als Malerin und Autorin mit ihrer Familie in Mainz. Sie veröffentlichte Erzählungen, Romane, Essays und...

„Eindrücklich und lange nachdenklich machend zeigt Simone Frieling anhand von Auszügen aus Romanen, Gedichten, Tagebüchern und Briefen, welchen Platz die Porträtierten einnehmen konnten und auch unter welchen Umständen Weltliteratur entstehen konnte, allen äußeren Widrigkeiten zum Trotz.“
Jule Blum, lesbenring-info

„Ein faszinierendes Stück Frauengeschichte.“
Lübecker Nachrichten

„Von Virginia Woolf bis Kate Millett fächert Frieling mit leichter Hand ein ausgewogenes und repräsentatives Panoptikum weiblicher Kreativität im 20. Jahrhundert auf, wobei sie uns gerade so viel Einblick in die jeweiligen Biografien gewährt, damit die Neugier, geweckt, aber nicht gestillt, uns zu vertieften Lektüren über diese und jene Schriftstellerin anregt.“
Alexandra Lavizzari, Lesart

„Simone Frielings Schilderung dieser auf Leben oder Tod umkämpften Schreiborte bringt umso mehr die Macht der Kreativität und die geistige Kraft von Frauen zum Vorschein, die unter solchen Umständen Weltliteratur hervorbrachten. Es ist eine Sammlung von Autorinnenporträts, die man nicht vergisst, und die vor allem dringend dazu anstiften, Bücher der Porträtierten zu lesen.“
Evelyn Gaida, Aviva

„Viel ist über die Arbeitsweise berühmter Schriftstellerinnen des 20. Jhs. geschrieben worden. Oft gleichen die Texte jedoch eher pittoresken Porträts der Heldinnen in geruhsamer Häuslichkeit. Simone Frieling jedoch belässt es nicht bei kuscheligen Schreibtischbetrachtungen, sondern zeigt in ihrer mutigen Auswahl das Scheitern und den immerwährenden Kampf um Kreativraum.“
Stefanie Kuhnen, L-Mag

Gerade in deren Portraits erweist sich Simone Frielings sensible Betrachtungsweise als höchst stimmig, schildert sie doch ebenso knapp wie präzise, gleichzeitig einfühlsam die dramatischen Lebensumstände. Über allzu populäre Erklärungen setzt sich ihr essayistischer Blick hinweg, er verweigert Eindeutigkeiten. Das Nebeneinander von Kunst und Wahnsinn, weniger reißerisch formuliert: von Schreiben und psychischen Krankheiten, nimmt sie als Fakt ohne übertriebenen Deutungswillen. Allein die kontinuierlich eingestreuten Passagen aus Tagebüchern, Notizheften, Briefen oder dem literarischen Werk erlauben diskrete Einsichten in schriftstellerische, rätselhaft widersprüchliche Seelen.
Nathalie Mispagel, academicworld.net

„Die schwierige, bisweilen aussichtslose Situation, in der Frauen steckten, die ihr Leben nicht nur der Kunst, sondern auch ihren Kindern verschrieben hatten, kann Simone Frielings Buch Im Zimmer meines Lebens bewegend schildern.“
Sigrun Grün, Glarean-Magazin

„Ein liebevoll gestaltetes Buch, das zur Lektüre der Bücher der porträtierten Schriftstellerinnen anregt.“
Gudrun Hauer, Lamda Nachrichten