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Chinaprinzessin

Meine deutsch-chinesische Familie

»1976 war ein Drachenjahr. Es war das Jahr, in dem mein Vater starb. Von seinem Wunsch, im Alter in die Heimat zurückzukehren und einst in der Heimaterde begraben zu werden, wusste ich nichts. Wir lebten in der gleichen Stadt, aber wir lebten in verschiedenen Welten.«
Als Tochter eines Chinesen und einer Deutschen im Nachkriegs-Berlin aufgewachsen, pendelt die Autorin als Schulkind zwischen dem Osten der Stadt, wo Mutter und Bruder leben, und dem westlichen Teil Berlins, wo sie auf dem samtbezogenen Diwan der russischen Großmutter nächtigt, während der Vater als »Chinakönig« Berliner Stadtgeschichte zu schreiben beginnt. In den Wirtschaftswunderjahren eröffnet er am Kurfürstendamm die mondäne Hongkong-Bar, in der Berlins High Society verkehrt.
Dass es in ihrer Familie anders zugeht als in den Familien ihrer deutschen Freundinnen, wird Dagmar Yu früh bewusst. »Wir haben nie richtig dazu gehört.« Sie ist 13 Jahre alt, als der Vater wegen der Geliebten aus seiner Heimat die Mutter verlässt, die fortan alles ablehnt, was sie an China erinnert – selbst die eigene Tochter. Das Leben der Mutter gerät aus den Fugen, die Tochter des Chinakönigs muss einen eigenen Weg finden.
Mit dem Tod des Vaters, der einen Wendepunkt in ihrem Leben bedeutet, beginnen Dagmar Yu-Dembskis Erinnerungen an ihre multi-kulturelle Familie. Bisweilen anrührend und schmerzlich, bleiben ihre Schilderungen doch wunderbar leicht.

Artikelnummer: 978-3-86915-064-2
Preis: 18,00 € [D]
Ausstattung: Fadenheftung, Schutzumschlag
Einband: Gebunden
Erscheinungstermin: 28. Januar 2013
Format: 13 x 21 cm
Lieferbar: sofort
Seiten: 144 S.
Reihe: Collection LaVie

Dagmar Yu-Dembski, geboren 1943 in Berlin, studierte Publizistik, Kunstgeschichte und Sinologie in Berlin. Nach dem Tod des Vaters begab sie sich auf die Suche nach ihren chinesischen Wurzeln. Seither...

Mit großer Offenheit gewährt uns die Autorin einen Einblick in eine ungewöhnliche, multikulturelle Familie in schwierigen Zeiten. Vielen Lesern empfohlen.
Marina Häusler, Borromäusverein

Ein Stück vergessener Berliner Zeitgeschichte lässt Dagmar Yu-Dembski in ihrem Buch "Chinaprinzessin" wieder aufleben, das ist spannend zu lesen. Und sie schreibt von einer Familie die langsam zerbricht, nicht an den kulturellen Unterschieden, sondern an Eifersucht, am Ehrgeiz des Vaters, etwas Großes schaffen zu wollen und der Sprachlosigkeit, die sich ganz langsam in die Familie einschleicht.
Marianne Mielke, RBB, quergelesen