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Colette

Mit 20 Jahren heiratete Sidonie-Gabrielle Colette (1873-1954) den 15 Jahre älteren Pariser Schriftsteller und Journalisten Henri-Gauthier Villars, genannt Willy, der sie aus finanziellen Gründen zum Schreiben zwang und ihre ersten Romane unter seinem Namen veröffentlichte. Die »Claudine-Romane« waren im In- und Ausland sehr erfolgreich. Nach der Scheidung tanzte und sang Colette in Revuen und erregte mit ihren freizügigen Auftritten großes Aufsehen. Die Welt der Pariser Music-Halls beschrieb sie in dem Roman »La Vagabonde« (1910). Neben einer Vielzahl von Romanen verfasste Colette auch Erzählungen, Tiergeschichten, Essays und Theaterstücke. Ihr unkonventioneller Lebensstil schlug sich in ihren Werken nieder: Frei und kritisch setzte sie sich mit der Ehe und der Sexualität der Frau auseinander. Colette war Mitglied und später – als erste Frau überhaupt – Präsidentin der Académie Goncourt. Sie zählt zu den bedeutendsten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.