Direkt zum Inhalt

Annemarie Schwarzenbach

Annemarie Schwarzenbach, geb. 1908 in Zürich, gest. 1942 in Sils im Engadin, entstammte einer der angesehensten und reichsten Familien der Schweiz. Mit den erzkonservativen Werten ihres Elternhauses geriet sie früh in Konflikt. Die promovierte Historikerin bewegte sich in den antifaschistischen Kreisen um Erika und Klaus Mann und machte sich als Autorin, Fotografin und Reporterin einen Namen. Sie bereiste Europa, den Orient, die USA und zuletzt, bereits während des Zweiten Weltkrieges, Afrika. Die „unheilbar Reisende“ verarbeitete in ihren Romanen und Reportagen nicht nur die Eindrücke von fremden Ländern und Kulturen, sondern schrieb auch, um sich von Gefühlen der Einsamkeit und Verzweiflung freizukämpfen, in die sie ihr extremer Lebensstil häufig trieb. Auch von ihrer Drogenabhängigkeit kam sie zeitlebens nicht mehr frei und musste sich immer wieder in Kliniken davon erholen. Ihre Liebe zu Frauen drückte sie für die damalige Zeit ungewöhnlich offen auch in einigen ihrer Texte aus, die erst posthum veröffentlich wurden. Mit nur 34 Jahren starb sie nach einem Fahrradunfall an den Folgen einer schweren Kopfverletzung.